Himmlische Kunst
Von Bernhard Romanowski, 20.10.08,
Sechs Künstler präsentieren im Nettersheimer Kulturbahnhof ihren Blick nach oben. Der Himmel wird zur Projektionsfläche menschlicher Hoffnungen und Träume.
Anna Stelloh, Agnes Harff-Hilger und Eva Blaeser-Ridderbeck näherten sich dem Thema „Himmel“ auf dem Gebiet der Malerei. Zeichnungen, Objekte und Fotos steuert Franz-Josef Kochs zu der Gemeinschaftsausstellung bei. Ganz der Fotografie hat sich Wilfried Schüller verschrieben, dessen Himmelsbilder ebenfalls im Kulturbahnhof zu sehen sind. Eva Blaeser-Ridderbeck begrüßte die Besucher und lieferte im Anschluss als Sprecherin der Künstlergruppe dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ eine kurze Einführung in das Thema und die ausgestellten Arbeiten. Blaeser-Ridderbeck beschäftigt sich bereits seit etlichen Jahren mit dem Himmel als Projektionsfläche menschlicher Hoffnungen und Träume. 1995 zeigte sie ihre Malereien im Rahmen ihrer ersten Ausstellung unter dem Titel „Der Himmel stürzt nicht ein“. Damals arbeitete sie noch mit kleineren Leinwänden, wollte aber irgendwann großflächiger malen und fertigte einige ihrer Himmelsmotive eigens für die Ausstellung im „Kuba“ an. Ihr thematisches Leitmotiv offenbarte die Malerin Harff-Hilger, die sich laut eigener Aussage „einfach an das Wölkchen dranhängte“. Relativ kurzfristig schloss sich der Fotograf Schüller seinen fünf Mitausstellern an. „Wir zeigen insgesamt die ganze Palette der Betrachtungsweisen und der Symbolhaftigkeit, die der Mensch mit dem Himmel verbindet“, betonte Blaeser-Ridderbeck und verwies auf die metaphysischen, mythologischen und religiösen Ansätze, die dem Thema innewohnen.
Die Ausstellung „Heiter bis wolkig - Himmelsstationen“ ist bis Sonntag, 30. November, donnerstags von 18 bis 21 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung unter 01 51 / 52 56 77 55 zu sehen.
Rundschau, Mittwoch, 22. Oktober 2008, Nummer 247, Seite 42 Kreis Euskirchen - Eifelland
"Heiter bis wolkig" im Kulturbahnhof
Gemälde, Fotos und Malerei: Acht Künstler präsentieren ihre Werke im Nettersheim
von Elvira Hilgers
Nettersheim. Der Kulturbahnhof Nettersheim bietet derzeit die Plattform für die ungewöhnliche Ausstellung: "Heiter bis wolkig - HImmelsstationen". Sie wurde jetzt ohne die Galeristin Susanne Polzin eröffnet, die einen Unfall hatte. Deren Part übernahm die ausstellende Künstlerin Eva Blaeser-Ridderbecks, die in Kerpen-Buir (Rhein-Erft-Kreis) lebt. Sie eröffnete die Ausstellung.
Und es gibt viel zu sehen. So etwa Gemälde, Fotografien und Malereien. Blaeser-Ridderbecks: "Wir Künstler versuchen, unsere Ideen an die Öffentlichkeit zu bringen. Uns verbindet das gemeinsame Thema."
Sie weiß wovon sie spricht, denn bereits 1995 beteiligte sie sich an der Ausstellung "Der Himmel stürzt nicht ein". "Im Laufe der Zeit wollte ich großflächiger arbeiten und so habe ich jede Menge Neues für diese Ausstellung produziert", sagte sie Mit ins Boot nahm Blaeser-Ridderbecks Christiane Thevis-Josten, Agnes Harff-Hilger, Wilfried Schüller, Anna Stelloh, Franz-Josef Kochs, Brigitte Wanzenried und Margo Fuchs-Knill.
Aber bevor sich die vielen Besucher einen Einblick in die vielseitige Kunstgestaltung verschaffen konnten, wurden sie von der Kölner Playbacktheatergruppe "Lamäng" mit viel Mimik und Akustik auf "heiter bis wolkig" eingestimmt.
Geschichten mitten aus dem Leben
"Lamäng" setzt auf Improvisationstheater und ist häufig dort am Start, wo Menschen miteinander in Kontakt kommen wollen und etwas Gemeinsames entstehen soll. Die Akteure liefern Stichworte und erzählen Geschichten mitten aus dem Leben. Schnell nimmt eine Geschichte auf der Bühne Gestalt an.
Dabei geht es um Erlebnisse, Träume, Unvorhergesehenes, Vertrautes oder Fremdes. So ließ die Gruppe die Wolken am Himmel vorüberziehen, wollte die Sonne festhalten und sorgte für einen schweren Sturm. Es war eine Augenweide - zwischen "heiter bis wolkig".
Die Ausstellung
im Kuturbahnhof in Nettersheim ist noch bis zum 30. November 2008
geöffnet. Donnerstags von 18 bis 21 Uhr, samstags, sonn- und feiertags
von 11 bis 18 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbahrung.
Wulf Sicher im "Kuba"
„Ermessensspielräume“
Von Christine Badke, Kölner Stadtanzeiger 30.08.08
Bilder aus zehn Jahren zeigt der Broicher Künstler Wulf Sicher in einer Ausstellung im Nettersheimer Kulturbahnhof, die am Samstag eröffnet wird. Seine Tusche-Arbeiten sind zwischen Malerei, Zeichnung und Grafik angesiedelt.
Doch das Wort birgt für Sicher auch eine andere, negative Seite, die in seinen zwischen Zeichnung, Grafik und Malerei changierenden Bildern ebenfalls eine Rolle spielt. „Ermessen hat viel mit Macht, Machtmissbrauch und Willkür zu tun“, erklärte Sicher. Das habe er auch selbst oft erleben müssen.
So finden sich düstere Bilder, in denen sich Menschen in seltsamer Licht- und Schattenkonstellation verloren im Raum positionieren. Es gibt aber auch heitere Motive, ein Gemälde zum Beispiel, das mit sarkastischem Humor eine surreale Waldszene entwirft. Spielerisches mischt sich in die sonst eher ernste Nachdenklichkeit der Bilderwelt.
Vor allem im vergangenen Jahr hat sich Wulf Sicher weitgehend auf ein konzeptuelles Projekt konzentriert: Mit seinen „Bienenbunkern“, Skulpturen aus Ton und Holz, verfolgte er mehr inhaltliche als ästhetische Prinzipien. Als symbolische und doch konkrete Schutzräume verstand er diese Gebilde, auch als psychische Schutzräume.
Mit Waschungen bearbeitet
Mit einer Art kleinen Retrospektive kehrt der 42-jährige Schüler von Daniel Spoerri gewissermaßen zu seinen malerischen Wurzeln zurück. Fein wirken die Tusche-Zeichnungen auf Papier, präzise, auch wenn Sicher sie mit dickem Pinsel aufträgt und später mit Waschungen bearbeitet. Diese Technik entwickelt Sicher seit Jahren ständig weiter. Die Effekte verändern sich je nach Papier oder Karton, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit passt er einen Zeitpunkt kurz vor der Trocknung ab, um die Bilder weiter zu bearbeiten. Wie Drucke sehen einige Bilder aus, die Tusche erinnert an Sepia, mehr und mehr abstrahiert im Laufe der Jahre. Manche Bildzyklen stellt Wulf Sicher immer wieder neu und anders zusammen. Mal ergeben sie zwölf Meter lange Landschaftspanoramen. Manchmal isoliert er einen Ausschnitt, der, dem Kontext beraubt, plötzlich ungegenständlich wird.
Bis zum 14. September ist die Ausstellung donnerstags von 18 bis 21 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Ebenfalls bis zum 14. September sind Objekte von Wulf Sicher neben vielen anderen Künstlern in der Ausstellung „Alpenglühn und Eifelgold“ in der ehemaligen REWE-Halle in Nettersheim zu sehen.
Finissage im Kulturbahnhof
Starke Frauen
VON MALTE HÖVEL UND BERNHARD ROMANOWSKI, 03.08.08, 16:29h, AKTUALISIERT 03.08.08, 16:34h
Mit anregenden Diskussionen über die Wahrnehmung starker Frauen endete die Ausstellung im „Kulturbahnhof“. Dr. Christiane Laudage rief dazu auf, die Begriffe „Alter“, „Schönheit“ und „Stärke“ zu überdenken und mit neuem Inhalt zu füllen.
Nettersheim - Was bedeutet es, eine starke Frau zu sein? Diese Frage stand am Freitag bei einem Vortragsabend im Kulturbahnhof Nettersheim im Vordergrund. Zum Abschluss einer Gemeinschaftsausstellung von sieben kunstschaffenden Frauen hatte Veranstalterin Susanne Polzin die Künstlerinnen, zwei Referentinnen und interessierte Gäste eingeladen. Mit einem Impulsreferat über „Starke Frauen“ eröffnete Dr. Christiane Laudage den Abend.Synonym für „dick“
Vor allem die Werbung, so Laudage, verwende den Begriff „starke Frauen“ gern als wohlklingendes Synonym für dicke Frauen. Dick sein sei jedoch in unserer modernen Gesellschaft ebenso verpönt wie alt sein, so Laudage. Dabei seien die immer höhere Lebenserwartung und die zunehmenden Probleme mit dem Leibesumfang Folgeerscheinungen unserer modernen Zivilisation. Die Referentin rief dazu auf, die Begriffe „Alter“, „Schönheit“ und „Stärke“ zu überdenken und mit neuem Inhalt zu füllen.
Drei Beispiele starker Frauen präsentierte Monika Mengel, die als Hörfunkautorin beim WDR seit über zehn Jahren regelmäßig Frauen porträtiert. Ausgewählt aus über 200 bisher porträtierten Frauen hatte sie Else Pfefferkorn aus der Eifel, die 1916 als Bäuerin arbeitete und damit in eine - für die damalige Zeit - absolute Männerdomäne eindrang. Es folgten Porträts über die Magierin Luisa Francia mit ihrem sehr eigenwilligen Lebensweg und Fahr Sindram, die als junge Manga-Zeichnerin gegen Kinderpornographie antritt.
Starke Frauen gebe es viele, und sie wolle mit ihrer Reihe darauf aufmerksam machen, so Mengel. Frauen seien Erfinderinnen, Künstlerinnen, See- und Luftfahrerinnen, Pilotinnen, aber auch ganz gewöhnliche Menschen, die ihren Alltag mit Elan lebten. Für ihre Reihe sei die Auswahl vor allem auf Frauen gefallen, die als Widerstandskämpferinnen aus einer Position der Schwäche heraus aktiv geworden oder ihren persönlichen Weg konsequent gegangen seien.
Diskussionsbedarf
Was aber genau heißt es, eine starke Frau zu sein? Beim überwiegend weiblichen Publikum entstand Diskussionsbedarf. Es heiße, so die einhellige Meinung, sichtbar zu sein. Stärke sei eine Ressource, die grundsätzlich jedem Menschen zur Verfügung stehe. Stärke sei zudem eine Frage von Selbstwahrnehmung und Kommunikation. Die Frage, ob die anwesenden Frauen sich selbst als stark wahrnähmen, beantworteten diese sehr unterschiedlich.
Jedenfalls sei es gesellschaftlich schwerer für Frauen als für Männer, Stärke zu leben. Mengel wies darauf hin, dass auch viele der porträtierten Frauen nicht immer stark seien. Sie seien zumeist keine Heiligen, hätten auch „ihre Leichen im Keller“. Doch das Bemerkenswerte, das sie in die Welt gesetzt hätten, könne anderen als Inspirationsquelle dienen.
Große Holzskulpturen in verrenkter Pose
VON BERNHARD ROMANOWSKI, 23.06.08, 16:31h
Sieben Künstlerinnen präsentieren bis zum 2. August gelungene Werke. Zur Vernissage wurde Lyrik vorgetragen und Mode präsentiert. Kuratorin Susanne Polzin begeistert sich auch für die Lebensgeschichten der Kunsttreibenden.
„Neben den Werken war für mich die bewegte Vita und die Lebenshaltung der einzelnen Künstlerinnen interessant“, schilderte Polzin ihre Auswahl für die Gruppenausstellung am Samstag gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Werkschau, so die Kuratorin weiter, zeige eindrucksvoll, dass Frauen nicht nur im Kopf, sondern durchaus auch körperlich stark seien.
Besinnlich und dramatisch
Beredtes Beispiel für diese Ansicht sind unter anderem die vier massiven Holzskulpturen von Brele Scholz. Die Figuren sind zumeist übergroße Menschengestalten teils in stiller, fast besinnlicher Haltung, teils wiederum in dramatischer bis verrenkter Pose gehalten. Den Bereich der Skulpturen bedient auch eine weitere Teilnehmerin der Gruppenausstellung mit ihren allein schon handwerklich beeindruckenden Exponaten. Sarah Advena steuert unter anderem eine lebensgroße Frauenfigur im Kulturbahnhof bei, die mit nur angedeuteten Armen und umschlungen von Stacheldraht eine ausdrucksstarke Leidenspose einnimmt. Auch Leidensfähigkeit kann als besondere weibliche Stärke verstanden werden - dieser Gedanke drängt sich einem beim Anblick dieser dennoch anmutig wirkenden Skulptur im Kontext des Ausstellungstitels fast auf.
Mit interessanten Installationen reiht sich die Künstlerin Maggie Töpfer in die gemeinsame Werkschau ein. Ihr wurde fast die gesamte zweite Etage des Kulturbahnhofs als Raum zur Verfügung gestellt. Noch im Treppenhaus wird der Blick aber bereits von einem anderen Werk angezogen. Bernhardine Schippers zeigt dort eine ihrer Videoinstallationen, in denen - man ahnt es bereits - verschiedene Frauen zu Wort kommen. Der Bereich der Malerei wird von den beiden Künstlerinnen Izabella Chulkova und Birgit Richter-Trautmann mit thematisch entsprechenden Motiven vertreten.
Auch Fotografien zieren die Wände im „Kuba“. Laetitia Eskens ist noch eine ganz junge Vertreterin dieser Disziplin. Sie wurde vergangenen Mittwoch erst 18 Jahre alt und verfasst auch lyrische Texte, die ihr bereits verschiedene Literaturpreise einbrachten. Einige davon gab sie während der Vernissage zum Besten. Man darf gespannt sein, was die junge Frau in Sachen Kunst noch hervorbringen wird.
Gespannt waren die Besucher im Kulturbahnhof im Übrigen auch auf das, was ihnen Inge van Kann zu zeigen hatte. Die Künstlerin aus Mechernich konnte einige junge Frauen dafür gewinnen, ihre Modeschöpfungen auf dem „Catwalk“ der Bahnhofsterrasse und entlang der Schienen zurück in das Gebäude zu präsentieren. Als Material für ihre Kreationen nutzt van Kann zumeist Gegenstände und Stoffe, die üblicherweise nicht beachtet und weggeworfen werden. So waren etwa die farbenfrohen Leibchen der Models aus Kartoffelnetzen gefertigt. Auch ein Brautkleid gehörte am Samstag zur Kollektion. Zudem sorgten zwei der Amateurmodels als feuerrot und schwarz gewandete Hexen für ein Flair, wie man es sonst nur aus der „fünften Jahreszeit“ kennt.
Bilder mit und ohne Kopftuch
![]() Fotograf
Bernd W. Radtke (rechts) fertigte die Doppel-Porträts der Frauen mit
einer analogen Mittelformatkamera in seinem Aachener Studio an. BILD:
ROMANOWSKI
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Wie Radtke und Esser dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichteten, benutzten sie für die Erstellung der analogen Schwarz-Weiß-Fotos im Mittelformat ein festes Stativ und klassisches Porträtlicht, um die Frauen im Alter zwischen 36 und 70 jeweils einmal mit und einmal ohne Kopftuch zu fotografieren. Die beiden Künstler zielten dabei nicht darauf ab, die Frauen ansehnlich und hübsch zu porträtieren. Vielmehr wollten sie wertfrei feststellen, wie sehr ein solches Kopftuch die Wirkung der Gesichter verändert.
„Einige der Frauen fühlten sich darin eingeengt. Andere wiederum sagten uns, dass ihnen das Kopftuch auch ein Gefühl der Beschütztheit vermittele“, erinnerte sich Diplom-Psychologe Esser am Sonntag. Insgesamt machen die Doppel-Porträts einen sehr nüchternen und sachlichen Eindruck. Dadurch entsteht eine Art idolhafte Überhöhung der Bilder, die noch dadurch verstärkt wurde, dass die Fotos alle etwas über der Augenhöhe der Besucher aufgehängt sind. Hier kommt dann auch der Titel „Göttinnen“ zum Tragen.
Neben Eva Arnstein waren am Sonntag noch einige andere der porträtierten Frauen im Kulturbahnhof anwesend. Die Schilderungen ihrer Erfahrungen mit dem Kopftuch waren ebenso unterschiedlich wie die Eindrücke der Ausstellungsbesucher. Nicht jeder sah das Kopftuch als eine Beschränkung der Sinnlichkeit der Frauen an, sondern als ein optisches Element, das seinen ganz eigenen Charme vermittelt. Einige der Besucher erklärten sich auch bereit, ihre Eindrücke vor laufender Kamera zu schildern. Die Filmemacher Dagmar Diebels und Tom Meffert werden das entstandene Filmmaterial voraussichtlich bei der nächsten Ausstellung der Porträts an anderer Stelle zeigen. Mit ihrer Kamera waren Diebels und Meffert auch schon vor rund sechs Jahren in Afghanistan unterwegs, wo sie den heutigen Außenminister des Landes, Dr. Rangin Dadfar Spanta, nach seiner Rückkehr aus dem deutschen Exil begleiteten.
Die Ausstellung „Göttinnen“ ist bis 4. Juni freitags von 15 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung unter 01 51 / 52 56 77 55 geöffnet.
„Handwerk gehört nun mal dazu“
![]() Maria
Zalfen-Lenz aus Marmagen und ihre jungen Schüler präsentierten ihre
Werkschau im Kulturbahnhof. Im Bildhintergrund sieht man eine
Fotoserie, die während des Unterrichts in Marmagen entstand.
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Nettersheim - Bereits zum zweiten Mal wurde dem künstlerischen Nachwuchs am Sonntag eine Plattform im Kulturbahnhof geboten. Diesmal waren es die Schüler der Marmagener Künstlerin Maria Zalfen-Lenz, die dort auf Einladung der Kuba-Betreiberin Susanne Polzin ihre Werke präsentierten. Ebenso abwechslungsreich und vielfältig wie die Arbeiten der Kinder im Alter zwischen acht und 14 Jahren war im Übrigen das Kuchenangebot, das die Mütter der kleinen Künstler für die zahlreichen Besucher bereitgestellt hatten.
„Das sieht besser aus als bei manch erwachsenem Künstler“, lautete der Tenor der Aussagen, mit denen die Besucher die Ausstellung kommentierten. Für die bunte Vielfalt der Werke sorgte neben der Fantasie der Kinder aber auch die pädagogische Herangehensweise der Lehrerin. Seit 15 Jahren arbeitet Zalfen-Lenz als Werbegrafikerin und freie Künstlerin im Nettersheimer Nachbarort Marmagen. In der dortigen Grundschule hat sie bereits eine Kunst-AG geleitet, die einmal wöchentlich stattfand und ihr sowie den Kindern viel Freude bereitete.
Seit September letzten Jahres bietet sie auch Kurse in ihrem Atelier am Finkenweg an. Als Schwerpunkt ihres Unterrichts nennt die 40-Jährige die handwerkliche Technik, die sie den jungen Menschen vermitteln will, denn „Künstler sind die Kinder sowieso“. Darum will sie ihnen den richtigen Umgang mit dem Pinsel und die Wahl der Farben zu den verschiedenen Themen und Motiven vermitteln.
„Das Handwerk gehört nun einmal dazu“, meint Zalfen-Lenz - auch wenn die jungen Eleven anfangs nicht immer so begeistert davon sind. Die meisten der Kinder, so erzählt sie weiter, wollen am Anfang unbedingt an einer Staffelei malen, weil das wohl zum gängigen Bild gehört, das sich die meisten Leute von einem Maler machen. Bald schon stellen die Kinder aber fest, dass einem das Malen leichter von der Hand geht, wenn der Untergrund flach aufliegt.
Der Unterricht in Marmagen muss sich allerdings nicht auf die praktische Umsetzung beschränken. Zalfen-Lenz hat laut eigener Aussage „reihenweise Literatur“ in ihrem Atelier stehen, bei der sich die Schüler bedienen können. Auch den Besuch von Museen und Ausstellungen sieht sie als wichtig für die künstlerische Entwicklung der Kinder an.
Ab April dieses Jahres wird sie voraussichtlich zweimal wöchentlich Kurse anbieten. Wer sein Kind dazu noch anmelden möchte erhält weitere Auskünfte bei Maria Zalfen-Lenz unter 0 24 86 / 70 37.
Nikitakis und seine „verrückten Hühner“
NETTERSHEIM. Während der „Kölsche Grieche“ Nick Nikitakis vor seinem Konzert im Nettersheimer Kulturbahnhof entspannt auf Fragen einging, sahen die beiden jungen Damen ihm gegenüber etwas müde aus. „Kein Wunder“, erläuterte Nikitakis, Vater der beiden: „Alexia (21 Jahre) und Ileana (17) haben schon zur 0-ten Stunde mit ihrer Band ,Los Pollos locos (Die verrückten Hühner) geprobt.“ Verständnislose Gesichter. „Das hat Alexia aus den USA mitgebracht. Da hat sie an der Highschool Musik gemacht. Die Band hat sich immer vor dem Unterricht - also zur 0-ten Stunde - zum Proben getroffen“, so Nikitakis.„Ihr seid ja jeck“, habe er das ganze kommentiert. Doch irgendwie wirkte der Wahlkölner stolz, als er fortfuhr: „Was will man machen, die beiden sind eben mit der Musik groß geworden. Sie haben es auch, das Musikergen.“ Kein Wunder, bei dem Vater.
Nikitakis ist ständig neugierig auf Neues. „Von sich selbst wegkommen“, nennt er das. „Es gibt da irgendwie so einen Drei-Jahres-Turnus. Alle drei Jahre arbeite ich mit neuen Musikern.“ So war auch die aktuelle Zusammenarbeit mit Jimmy Kelly (Kelly Familiy) für sein Umfeld überraschend. Nikitakis: „Man bekommt mal wieder ein bisschen Abstand zu sich selbst, wenn man sich auf jemanden neu einlässt. Dann passieren wieder ganz neue Dinge.“
Das führt scheinbar auch manchmal zu sich selbst zurück: „Viele der aktuellen Stücke habe ich zu der Zeit geschrieben, als Alexia geboren wurde“. Heute begleitet Alexia ihn (auch) bei eben jenen Songs am E-Piano. Nikitakis: „Als mein damaliger Gitarrist ausfiel, sagte sie einfach: Ich spiele'“. Er selbst habe noch Zweifel gehabt, aber seine Frau lag mit der Prognose „die schafft das“, richtig.
Um das Familienprojekt komplett zu machen, spielt seit kurzem auch Alexias Schwester Ileana mit. Dabei beobachtete ihr Vater die Geigerin, gab mit den Augen kleine Hinweise, lächelte zustimmend. Am Ende eines Stücks forderte Nikitakis Alexia auf: „Komm, wir machen den Theo“. Natürlich durfte in Nettersheim „der große“ (Mikis) Theodorakis nicht fehlen. „Als sein Manager mich vor Jahren mal anrief, passte ich durch keine Tür mehr, so wuchs ich“, kommentierte Nikitakis.
Einen besonderen Zyklus bildet die „Suite“ („Meine Plattenfirma sagt, das sei ganz klar eine Suite, also ist es eben eine Suite“). Jenes Ensemble aus sieben Stücken hatte lange in seiner Schublade gewartet: „Ursprünglich waren das Hausaufgaben von meinem Dozenten am Konservatorium. Das Stück heißt Thessalonia', die Leute fragen mich immer, ob das eine Badebucht sei.“
Allein seine Mutter habe sofort erkannt, dass ihr Sohn hier mit „Thessaloniki“ und „Colonia“ spielt, also eine Synthese der beiden Ort schafft, die sein Leben prägen. Auf genau diese Reise nahm Nikitakis seine Nettersheimer Zuhörer mit.
Im „KuBa“ bewies der Ehrenfelder Musiker, dass er neben der Musik noch (mindestens) ein weiteres Talent hat: Nikitakis ist ein grandioser Geschichtenerzähler. Immer wieder gelang ihm die Gratwanderung zwischen kölschem Charme und Tiefsinn, locker beschrieb er sein Leben „zwischen den Kulturen“ und entlarvte dabei ganz nebenbei so manches Klischee. „Doch heute“, fasst Nikitakis seine politischen Ambitionen durch die Jahre im Allgemeinen und in den 1968ern im Besonderen zusammen, „versuchen wir einfach einen spirituellen Zustand zu erreichen, in dem wir das alles vergessen.“ Genau das mag auch den Zuhörern in Nettersheim, von denen viele mit geschlossenen Augen und wippenden Füßen lauschten, gelungen sein. Nick, Alexia und Ileana - und ihre Musik - ließen ihnen eigentlich keine andere Wahl.
Ein Konzertdebüt mit vielfältigen Einflüssen
![]() Marc
Mies und Richard Kaiser bilden seit drei Jahren ein musikalisches Duo
und gaben am Freitag ihr erstes eigenständiges Konzert.
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Bislang sind die beiden jungen Musiker aus Schmidtheim und Sötenich immer nur als „Randerscheinung“ etwa bei Vernissagen und anderen Gelegenheiten aufgetreten. Dabei kann sich das, was Mies und Kaiser als ihre „innere Volksmusik“ bezeichnen, durchaus hören lassen. Der Mansardenraum im Kulturbahnhof ist zwar keine Westfalenhalle, war aber auch zur Freude der Kuba-Betreiberin Susanne Polzin mit vielen Besuchern gefüllt, die den beiden Debütanten aufmerksam ihr Ohr liehen.
Eine musikalische Einordnung des Konzerts fällt eher schwer. Zu vielfältig sind die Einflüsse und Strömungen, die Kaiser am Kontrabass und Mies an Xylophon und Gitarre in ihre Eigenkompositionen mit einfließen lassen. So ist auch ihr Liederzyklus „Der Weg des Narren“, den sie im Kuba zu Gehör brachten, ein recht vielschichtiges Werk. Von „groovigen Kopfnickern“, wie die beiden Musiker es selber nennen, über fast melancholische Melodien bis hin zu rhythmisch sehr interessanten Up-Tempo-Passagen reicht die Bandbreite des Zyklus.
Liefert Kaiser eine Weile lang ein pulsschlagartiges Bassspiel, zu dem Mies dann etwa auf der Gitarre eine Minimalmelodie zupft, geht die Klangfolge bald darauf nahtlos in eine Rhythmik über, die der Karibik entlehnt zu sein scheint. Allein, man wünscht sich bei dieser Musik manchmal doch einen Schlagzeuger oder Percussionisten dazu. So könnten sich die beiden Akteure öfter von den Grundtonstrukturen lösen und hätten mehr Raum für solistische Ausführungen, die dann vom Schlagzeug getragen würden.
Gelegenheit „heimlich zu üben“ hatten Mies und Kaiser im Übrigen genug. Sie kennen sich bereits seit der Schulzeit im Steinfelder Gymnasium und lebten zusammen in einer musikalischen Wohngemeinschaft in Floisdorf - dem so genannten „funkhaus flowsdorf“. Seit gut drei Jahren musizieren sie nun fest zusammen.
Gemeinsam mit den Besuchern ließen sie es sich am Freitag nicht nur musikalisch gut gehen, sondern genossen auch den gereichten Glühwein in der Vorweihnachtszeit. Nach dem Konzert servierte Susanne Polzin ihr Chili con Carne. (rom)
Die Welt auf den Kopf gestellt
Nettersheim - Ob Michelangelo oder Rembrandt, Picasso oder Dalí - all diese Künstler haben einmal klein angefangen. Die Kreativität von Kindern ist fast sprichwörtlich, doch wenn dieser Elan auch noch von kundiger Hand in die richtige künstlerische Richtung gelenkt wird, entstehen mitunter ganz erstaunliche Werke. Davon kann man sich derzeit auch im Nettersheimer Kulturbahnhof überzeugen, wo seit vergangenem Samstag rund 50 Bilder von Kindern und Jugendlichen zu bestaunen sind.
Die Arbeiten im Kulturbahnhof stammen von den Schülern von Gisela Gross, die seit rund drei Jahren Kurse für Kinder und Jugendliche in Nettersheim anbietet. Neben dem Ziel, die schöpferische Energie jedes einzelnen Teilnehmers individuell zu fördern, verfolgt Gross mit ihrem Unterricht auch den Ansatz, den Kindern einen Einblick in die Kunstgeschichte zu geben und sich dort Anregungen zu holen. „So war uns van Gogh ein gutes Beispiel, dass man Bäume lila und den Himmel auch gelb malen kann“, erläuterte Gross am Samstag. Auch die Aktion des „Kölner Stadt-Anzeiger“, zu der die Leser aufgerufen waren, sich künstlerisch mit dem Maler René Magritte zu befassen, wurde in Nettersheim aufgegriffen. Gross: „Magritte verleitete uns in den Kursen, alles Gewohnte buchstäblich auf den Kopf zu stellen.“ Mit großem Pinsel und viel Farbe auf großem Papier wurden dann Aspekte wie etwa Farbenlehre und Perspektive umgesetzt zu einem bunten Reigen aus Fantasie und Farbenfreude. Grund genug also für Susanne Polzin, auch für ihren Kulturbahnhof auf dieses Potenzial zurückzugreifen. Polzin: „Wir werden hier zukünftig zwischen den anderen Ausstellungen die Exponate der Malschulen aus der Umgebung immer zwei Wochen lang präsentieren.“
Eindrücke verarbeitet
Einen gesonderten Raum im Kulturbahnhof haben die Werke von David Hoffmann erhalten. Der heute Zehnjährige hat im Alter von sechs bis acht Jahren zum Teil meterlange Bildgeschichten gemalt und detailreiche Bleistiftzeichnungen angefertigt. Allein seine Darstellung eines Wirbelsturms verdient schon lobende Aufmerksamkeit. „Ein bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen verarbeitet er zeichnerisch seine Tageseindrücke“, berichteten seine Eltern Monika und Helmut Gross dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. In den Arbeiten des Jungen findet sich auch ein minutiös gezeichneter Flächenplan von Nettersheim. Auch beim Katalogisieren diverser Gegenstände aus seinen Bildern zeigt David eine verblüffende Ausdauer. Zudem befasst er sich mit seinen selbst erdachten Hieroglyphen. „Der muss einfach ein großer Comic-Künstler werden“, waren sich viele Betrachter seiner Werke am Samstag einig.
Die Ausstellung der Malschule von Gisela Gross ist bis Samstag, 24. November, von freitags bis sonntags jeweils in der Zeit von 15 bis 18 Uhr im Kulturbahnhof zu sehen. Im Februar nächsten Jahres wird die Malschule von Maria Zalfen-Lenz dort vertreten sein. Zu den Kursen von Gisela Gross erhält man Informationen unter 0 24 86 / 80 17 16 sowie im Internet.
Kölner Stadtanzeiger vom 17.9.2007
Improvisationen auf hohem Niveau
![]() Walerie Kühl am Keyboard und der Trompeter Hans Peter Salentin.
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ist gemeinhin kein „Straßenfeger“. So waren es denn auch nur rund 30 Besucher, die am Samstagabend den Weg zu der Veranstaltung im Kulturbahnhof fanden. Doch das vermeintliche „Minoritätenprogramm“ war ein echter Leckerbissen für alle, die zuhören können und nicht gleich laufen gehen, wenn die Anzahl der Akteure auf ein Duo beschränkt ist. „Exzellente Klangvielfalt“ wäre ein plakativer, aber griffiger Titel für das, was Hans Peter Salentin und Walerie Kühl ihrem Publikum in Nettersheim boten.
Anders als geplant, konnte das
Konzert der beiden Musiker nicht in der Telos-Akademia der Familie
Krist in Floisdorf stattfinden. Ein Umstand, der die Betreiberin des
Kulturbahnhofs, Susanne Polzin, sofort „zugreifen“ ließ. Auf ihre
Einladung hin rückten Salentin und Kühl schwerbepackt mit allerlei
technischem Gerät an. Der aus Nowosibirsk stammende Kühl, der sich auch
als Komponist und leidenschaftlicher Spätromantiker sonst eher dem
Flügel verbunden fühlt, saß an diesem Abend am Keyboard - und dort
saß
er gut. Denn auch dem elektronischen Instrument wusste er Töne zu
entlocken, die mitunter stark an das Klangideal der Klassik angelehnt
erklangen.
„Das musikalische Schubladendenken ist längst
überholt“, erläuterte Salentin dem
„Kölner Stadt-Anzeiger“ vor
Konzertbeginn. Seine Musik will der in Bad Münstereifel lebende
Trompeter und Flügelhornist, der als Professor der Musikhochschule in
Würzburg arbeitet, mit „den Möglichkeiten unserer Zeit“ gestalten und
sieht sich mit der kürzlich verstorbenen Musikerlegende Joe Zawinul
einig, wonach das Keyboard flexibler sei als das Klavier.
Noch am
Abend vor dem Konzert in Nettersheim hatte er einige Klangvariationen
an seinem Computer ausprobiert, die er auch im Kulturbahnhof einsetzte.
Irgendwann, so Salentin, will er auch mit Videosequenzen
experimentieren. Die freie Improvisation aus dem Moment heraus betrieb
er gemeinsam mit Kühl auf der Grundlage der CD „4th Dimension“, die
beide gemeinsam vor drei Jahren aufnahmen. Auch auf dem Album „Voyage“,
das in Kürze erscheinen wird, ist Salentin vertreten. Bis vor zwei
Wochen war
er dazu noch auf einer Tournee in Italien, die er gemeinsam
mit Andrea Centazzo und
der Sängerin Sylwia Bialas bestritt. Nach dem
Genuss der ersten „richtigen und größten Pizza“ seines Lebens wird
Salentin bald schon mit seiner Musik bei einem Konzert in
New York zu
Gast sein. (rom)
"meine Königin"
im internet gefunden:
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/cat/9916/display/9103074
Ein krönender Abschluss
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Nettersheim - Spaziergänger und eigens angereiste Kunstfreunde nutzten am Pfingstwochenende die letzte Gelegenheit, die Gemeinschaftsausstellung „Meine Königin“ in Nettersheim zu besuchen. Auf Einladung der Organisatoren Frim Sauvageot, Susanne Polzin und Peter Hundeck stellten 108 Künstler im Kulturbahnhof „Kuba“ und in der alten Rewe-Halle Bilder, Skulpturen, Objekte, Installationen und Videokunst aus. Anlass war das Bezirksköniginnenfest, das am zweiten Maiwochenende stattgefunden hatte.
Die Arbeiten der Künstler aus ganz Deutschland und dem Ausland griffen die „Königinnen“-Thematik in vielfältiger Weise auf. Archaische Anbetung erhöhter Weiblichkeit, Marienverehrung und ironische Statements waren ebenso vertreten wie Anspielungen auf Märchenköniginnen und persönliche Liebeserklärungen. 1200 Besucherinnen und Besucher sahen die Exponate bis gestern. Im Herbst ist die Ausstellung in abgespeckter Form vielleicht noch einmal im sozialpädiatrischen Zentrum des Gustav-Heinemann-Hauses in Bonn zu sehen. Zum krönenden Abschluss erhielten die Ausstellungsmacher jedenfalls ein entsprechendes Angebot.
Enttäuschend war lediglich die Resonanz auf die fantasievollen Arbeiten von 500 Mädchen und Jungen aus den umliegenden Kindergärten in der Halle F des ehemaligen Rewe-Geländes. Am vergangenen Wochenende konnte man die Bilder für zehn Euro kaufen, der Erlös war für die Kindergärten bestimmt. Lediglich zwölf Bilder wechselten den Besitzer. Die kleine Sophia aus dem Kindergarten Hohn kaufte ihr eigenes Bild zurück, auf dem eine glückliche Königin mit ihrer glitzernd-goldenen Krone um die Wette strahlt. Den Ausstellungskatalog kann man bei Susanne Polzin (Kulturbahnhof, 0 163 / 8 04 07 23) oder bei Frim Sauvageot ( 0 24 84 / 20 90 16) bestellen.
VON BERNHARD ROMANOWSKI, für den Kölner Stadtanzeiger 10.04.2007
Bahnhofsgebäude ist jetzt ein Musentempel
Betreiberin Susanne Polzin will Kunstausstellungen, Seminare und Lesungen anbieten.
Nettersheim - Dass sich am Samstag zahlreiche Gäste unter dem Motto „Kuba libre“ am ehemaligen Nettersheimer Bahnhof versammelten, hatte einen guten Grund. „Kuba“ steht als Kürzel für „Kulturbahnhof“. Und diese neue Institution in Sachen Kunst und Kultur, die fortan von Susanne Polzin geleitet wird, wurde am Samstag feierlich eröffnet.
Bevor sich die Besucher an den thematisch passenden „Cuba-libre“-Cocktails gütlich tun konnten, mussten sie erst einmal „einchecken“. Dazu wurden die Gäste am Eingang von dem Fotografen und Ehemann der Betreiberin, Georg Polzin, abgelichtet. Die ausgedruckten Bilder hingen wenig später an den Wänden und waren somit die ersten Ausstellungsobjekte im „Kuba“.
Susanne Polzin konnte am Eröffnungstag mit einem Überblick über die künftigen Aktivitäten im „Kuba“ dienen: Die erste offizielle Ausstellung wird unter dem Titel „Meine Königin“ vom 29. April bis zum 28. Mai zu sehen sein. Aus Anlass des Bundesköniginnentags der historischen deutschen Schützenbruderschaften, der am 13. Mai in Nettersheim stattfindet, werden die Künstler ihre ganz persönlichen Königinnen in verschiedensten Kunstformen präsentieren.
Yoga-Kurse
Zudem werden Seminare, Workshops und Lesungen im „Kuba“ veranstaltet. Anfang Juni hält die Designerin Bernadine Schippers ein Seminar über Kulturmanagement für bildende Künstler ab. Die Fotografin Ulla Klinger bietet im Mai ein Drei-Tages-Seminar über Makrofotografie für Fortgeschrittene an. Auch eine Ausstellung mit noch unveröffentlichten Bildern des berühmten Fotografen August Sander ist geplant.
Neben Lesungen für Kinder und Motto-Abenden werden bei schönem Wetter auch Filmvorführungen unter der Kastanie neben dem Kulturbahnhof angeboten. Auch ein kleines Café soll bald eröffnen. Überdies ist das körperliche Wohlbefinden im „Kuba“ ein Thema. Anne Bartel aus Pesch gibt in den oberen Räumen bereits Yoga-Kurse. Ihr Sohn David zeichnete am Samstag am Piano für die musikalische Untermalung der Eröffnungsfeier verantwortlich.
„Das Kuba basiert auf Teamarbeit“, sagte Susanne Polzin dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die gelernte Werbegrafikerin, die nach einem Kunststudium nunmehr als Fotografin tätig ist, wird in Nettersheim von den beiden Kunstschaffenden Frim Sauvageot und Peter Hundeck tatkräftig unterstützt. „Wir holen uns nur hoch qualifizierte Leute ins Boot und werden uns auch verstärkt den neuen Medien zuwenden“, blickte Polzin voraus. Laut Sauvageot wurde kürzlich ein Freundeskreis gegründet, der das „Kuba“ in Form von Spenden unterstützen soll.
Obwohl die Temperaturen am Samstag alles andere als kubanisch waren, kam Jonel Residiu ziemlich ins Schwitzen. Er betrieb nicht nur das „Café Mobil“ in seinem altehrwürdigen Citroen, sondern servierte den Gästen auch die spanische Nationalspeise „Paella“ aus einem heißen Kessel.













